Mitteilungen

Die 21. Ausgabe des onlinejournals kultur & geschlecht ist erschienen


https://kulturundgeschlecht.blogs.ruhr-uni-bochum.de/

Die #21 des onlinejournal kultur & geschlecht ist ein queeres Jubiläum, und eine Sonderausgabe mit einer kollektiven Herausgeber*inschaft:

Sie steht ganz im Zeichen der Verbindung von queerem Aktivismus und Queer Theory. Sie reagiert auf aktuelle Diskussionen und zeigt die Vielfalt möglicher Formen von queerem Aktivismus, den kritischen Einsatz von "queer" sowie dessen methodische und theoretische Produktivität.

Wir wünschen viel Freude bei der Lektüre und freuen uns auf eine gemeinsame Fortsetzung der Diskussionen.
Jasmin Degeling, Astrid Deuber-Mankowsky, Sarah Horn, Mary Shnayien

Inhalt der Ausgabe:


Die fünf Beiträge versuchen den Anspruch der Queer Theory ernst zu nehmen, und Analysen, Kritik und aktivistische Perspektiven in Beziehung zueinander zu setzen: So liest der erste Beitrag von Jasmin Degeling und Sarah Horn, „,Queer‘ aufs Spiel gesetzt: Über Beißreflexe, queere Bewegungsgeschichte und gegenwärtige Affektkulturen“ mit dem Abstand von einem Jahr, das seit der Veröffentlichung des Bandes Beißreflexe vergangen ist, diesen noch einmal und begreift ihn als Symptom spezifischer Affektpolitiken.
Der Beitrag der Aktivist*innen von Feminismus im Pott, Laura Chlebos, Silvana Schmidt und Johanna F. Ziemes,Queerfeminismus. Ideen, Positionen und Aktionen“ wendet den Einsatz dieser theoretischen Kritik in die queerfeministische Praxis: Indem die Beteiligten aus der Perspektive ihrer eigenen aktivistischen Arbeit versuchen, den praktischen Einsatz von “queer”, nämlich der komplexen Herausforderung von Communitybuilding, gerecht zu werden. Die Beispiele dokumentieren dabei auch die regionale Szene im Ruhrgebiet und was diese auszeichnet, nämlich eine dezentrale und heterogene, um Solidarität bemühte Kultur der Kritik und Zusammenarbeit.
Ein weiterer aktivistischer Beitrag von Pia Blank, Robin Quader und Charlotte Rohde, “Ihr glaubt mir nicht.“: ein Ort, viele Realitäten, versucht im Gespräch mit zwei auf unterschiedliche Weise an einem Polizeieinsatz im vergangenen Oktober in Dortmund Beteiligten, zu dokumentieren, inwiefern sensible feministische Perspektiven helfen können, besser zu verstehen, wie sich unter biopolitischen Bedingungen die prekäre Öffentlichkeit im Stadtraum, institutionelle Rassismen, linker Aktivismus und Privilegienkritik miteinander verknüpfen.
Dass queerfeministische Kritik in der Gegenwart gefordert ist, intersektional und eben insbesondere sensibel für Rassismen zu sein, zeigt sich an Philipp Hankes Beitrag „,Moonlight isn’t all about sex – and it’s all the more queer for it’: Sichtbarkeit und neue ästhetische Potentiale im gegenwärtigen Queer Cinema“, der eine spezifische Analyse des Verhältnisses von Geschlecht, Begehren und race am Beispiel des Films Moonlight (USA 2016, R: Barry Jenkins) verbindet mit einer diskursanalytischen, neuen Lesart der Debatte um das New Queer Cinema.
Dass eine globalisierte Perspektive vonnöten sein kann, um gerade die hiesigen politischen Debattenlagen genauer zu situieren, zeigt dann auch der fünfte Artikel dieser Ausgabe von Carolin Rolf und Mary Shnayien, „Die Abschaffung der Netzneutralität, oder: Die Kolonialisierung digitaler Räume“ schafft es, die virulente Debatte um die Abschaffung der Netzneutralität zu erweitern, mit einem technisch und queertheoretisch informierten Blick auf den sogenannten Digitalen Kolonialismus zu verbinden und uns auf diese Weise daran zu erinnern, dass Online-Öffentlichkeiten, die uns umgebenden medialen Gefüge und Möglichkeiten kritischer Einsätze nicht selbstverständlich sind und immer wieder neu erkämpft werden müssen.

Das onlinejournal kultur & geschlecht ist ein transdisziplinäres Forum für Nachwuchswissenschaftler_innen der Ruhr-Universität Bochum, die zu Geschlechterfragen und ihren Kontexten forschen. Es wir am Lehrstuhl für Medienöffentlichkeit und Medienakteure mit besonderer Berücksichtigung von Gender des Instituts für Medienwissenschaft von Astrid Deuber-Mankowsky und Jasmin Degeling herausgegeben, gefördert von der Fakultät für Philologie und dem Rektorat der RUB.

 

Neues DFG-Graduiertenkolleg an der RUB

Mit digitalen Mitteln lässt sich heute scheinbar alles dokumentieren – doch eben nur scheinbar. Immer spielen auch die Auswahl, das Hervorheben und Weglassen eine zentrale Rolle. Dieses Spannungsfeld nehmen Doktoranden in einem neuen Graduiertenkolleg unter die Lupe.

Sprecher des Kollegs der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) „Das Dokumentarische. Exzess und Entzug“, das im Oktober 2016 an der Ruhr-Universität startet und das die DFG für zunächst viereinhalb Jahre mit rund 3,5 Millionen Euro fördert, ist Prof. Dr. Friedrich Balke vom Institut für Medienwissenschaft.

Ausführliche Pressemeldung

Homepage des Graduiertenkollegs