Forschung in der Sektion Komparatistik

Auf dieser Seite finden Sie Informationen zu Forschungsprojekten in der Sektion Komparatistik. Die hier vorgestellten Projekte sind alphabetisch geordnet nach den Namen der beteiligten Forscherinnen und Forscher. Genauere Informationen zu den Projekten sowie die Kontaktadressen der an den Projekten beteligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler finden Sie unter den jeweiligen Links sowie auf den persönlichen Homepages der Forscher/innen.

Sämtliche Kontaktdaten sowie aktuelle Meldungen aus der Sektion Komparatistik finden Sie hier:

Homepage der Sektion Komparatistik

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Heisenberg-Stipendium

PD Dr. Peter Brandes

Das Forschungsvorhaben widmet sich den folgenden drei Teilprojekten: 1) Poetik des Bettes. Studien zur Kultur- und Wissensgeschichte der menschlichen Schlafstätte. 2) Literatur und Punk. Politische Identität und literarische Schreibweisen im Punk-Diskurs der 70er und 80er Jahre; 3) Bildliche Lebendigkeit. Zur Ästhetik belebter Bilder in der Literatur nach 1945.

In dem Teilprojekt „Poetik des Bettes“ soll die Bedeutung des Bett-Motives für das Wissen der Literatur unter besonderer Berücksichtigung des semantischen Feldes untersucht werden. Ein Schwerpunkt des Projektes liegt auf der Analyse der poetologischen Funktion des Bett-Motives in Erzähltexten des frühen 20. Jahrhunderts: Prousts À la recherche du temps perdu, Kafkas Romane (Das Schloß, Der Proceß) und Erzählungen sowie Thomas Manns Zauberberg. Das Vorhaben ist durch das Interesse bestimmt, den poetologischen Stimulus in der Bett-Motivik zu eruieren. Im Vordergrund steht hierbei die Frage, warum gerade das Bett, dessen eigentliche Funktion (Regeneration, Schlafen) dem Poetischen als kreativer Tätigkeit entgegengesetzt zu sein scheint, zu einem profilierten Symbol der Poetiken um 1900 wird. Ein besonderes Augenmerk der Studie gilt weiterhin der Umwertung der Bett-Semantik um 1800, die vor dem Hintergrund der Erfindung der häuslichen Privatsphäre das Bett zu einem Schwellenraum zwischen Öffentlichkeit und Privatheit werden lässt und in der Literatur des 19. und 20. Jahrhunderts zum zentralen Motiv einer Ästhetik des Traums und der Muße wird.

Das Teilprojekt „Literatur und Punk“ wird sich der Frage widmen, wie sich die im Kontext der Punk-Bewegung der 70er und 80er Jahre gebildeten politischen und kulturellen Identitäten zu den literarischen Darstellungsformen deutscher und anglo-amerikanischer Punk- und Hardcore-Bands verhalten. In dem Projekt soll es um die literarischen Merkmale und Strategien gehen, die Punk-Bands in ihren Lyrics und den dazugehörigen Paratexten verwenden. Besondere Beachtung wird dabei dem Zusammenhang von literarischen Schreibweisen, subkulturellem Wissen und politischer Identitätsbildung geschenkt.

In dem Teilprojekt „Bildliche Lebendigkeit“ geht es um eine Wiederaufnahme der im Rahmen meiner Habilitation entstanden Forschung zur Ästhetik bildlicher Lebendigkeit (Leben die Bilder bald? Ästhetische Konzepte bildlicher Lebendigkeit in der Literatur des 18. und 19. Jahrhunderts, Würzburg: Königshausen & Neumann 2013), die auf den Zeitraum der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts ausgedehnt werden sollen.

DFG

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Autobiographische Alphabete

Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans

Lexikographische Schreibweisen, in der jüngeren Literatur insgesamt unter verschiedenen Akzentuierungen eingesetzt, haben in den letzten Jahrzehnten auch dem biographischen und autobiographischen Schreiben neue Impulse gegeben. Autoren und Autorinnen verschiedener Kulturen und Sprachräume gestalten (Selbst-)Porträts in Form von (meist alphabetisch organisierten) Artikelsequenzen, die an Lexikoneinträge erinnern. Dies verbindet sich vielfach mit Reflexionen über die gewählte Form, in denen es dann unter anderem auch um das Selbstverständnis des jeweiligen (auto-)biographischen Unternehmens geht. Gerahmt von (echten und scheinbaren) Paratexten, flankiert durch graphisch-buchgestalterische Mittel, liefern (auto-)biographische Alphabete insofern aspektreiche Beiträge zu einer Poetik der (Auto-)Biographie.

Weiterführende Informationen...

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

DFG-Projekt „Das Künstlerbuch als ästhetisches Experiment“: Die Literatur und das Buch (Literatur und Künstlerbuch – Spielformen der Buchliteratur)

Prof. Dr. Monika Schmitz-Emans

Inwiefern ist Literatur „Buch-Kunst“? Ist das Buch als Präsentations- und Publikationsform von Literarischem nicht eine bloße Äußerlichkeit, ein (lange Zeit höchst erfolgreiches, mittlerweile aber medientechnisch überholtes) Speichermedium, eine durch Alternativen ersetzbare Verpackung von Texten, eine letztlich beliebige ‚Verkörperung’ von Ideen? Bemerkenswert oft wird die Vorstellung, es sei für einen Text selbst gleichgültig, ob man ihn in einem Buch oder auf einem Bildschirm lese, gerade von solchen Lesern vertreten, die sich ansonsten durchaus mediensensibel geben. Andere vertreten eine Gegenposition, derzufolge das Medium zur Botschaft gehört. Man könnte auf den Gedanken kommen, die widerstreitenden Meinungen auf die Nachwirkung der suggestiven und dabei so vieldeutigen Metaphoriken von „Behälter“ und „Inhalt“ respektive von „Körper“ und „Geist“ zurückzuführen. In jedem Fall läßt sich an entsprechenden Buchmetaphern und ihren verschiedenen Akzentuierungen gut illustrieren, worum es in der Kontroverse geht.

Weiterführende Informationen...

DFG-Projekt

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Inscriptio. Formen und Praktiken des Einschreibens und der Beschriftung

Beteiligte Wissenschaftler(innen):

Prof. Dr. Manuel Baumbach (Seminar für Klassische Philologie), Prof. Dr. Jörn Etzold (Institut für Theaterwissenschaft), Prof. Dr. Ulrich Rehm (Kunstgeschichtliches Institut), Prof. Dr. Armin Schäfer (Germanistisches Institut), Prof. Dr. Linda Simonis (Sektion Komparatistik), Dr. Knut Martin Stünkel (Centrum für Religionswissen-schaftliche Studien), Jun.-Prof. Dr. Annette Urban (Kunstgeschichtliches Institut)

Assoziierte Wissenschaftler(innen):

Prof. Dr. Friedrich Balke (Institut für Medienwissenschaft), Prof. Dr. Valeska von Rosen (Kunstgeschichtliches Institut)

Der Begriff Inscriptio verweist auf ein Ensemble von Techniken und Praktiken des Einschreibens und Beschriftens, die sich seit der Antike in verschiedensten kulturellen Bereichen (Religion, Recht, Literatur, Kunst und Alltagskultur) beobachten lassen. Diese Praktiken entfalten oft ein spezifisches Wirkungspotential, insofern sie nicht nur Sachverhalte beschreiben und Informationen übermitteln, sondern auch als performative Akte wirken, die Beziehungen stiften, etwas einführen oder in Kraft setzen oder eine Handlungsanweisung geben. Die Arbeitsgruppe erkundet vor diesem Hintergrund die besonderen Gestaltungs-, Handlungs- und Wirkungspotentiale der Techniken der Inscriptio, wobei der für letztere charakteristischen Verbindung von Schrift und materiellem Träger sowie deren visueller, bildmedialer Dimension nähere Aufmerksamkeit gilt.

Weiterführende Informationen...