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Internationale Forschung

23.07.2026

Salome Pataridze

 

 

 

 

 

 

Dr. Salome Pataridze, Assistenzprofessorin für Literaturwissenschaft an der Ilia-Staatlichen Universität in Tiflis, wird im Rahmen ihres Forschungsaufenthaltes eng mit Prof. Dr. Linda Simonis zusammenarbeiten. Ermöglicht wird dieser Aufenthalt durch das hochkarätige gemeinsame Stipendienprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Shota-Rustaveli-National-Science-Foundation.

Frau Pataridze gilt in ihrer Heimat als Pionierin auf ihrem Fachgebiet: Ihre Dissertation war die erste wissenschaftliche Arbeit in Georgien, die sich explizit im Bereich der feministischen Literaturwissenschaft verortete. Mit dieser Pionierarbeit legte sie den Grundstein für die Etablierung und Weiterentwicklung geschlechterspezifischer Ansätze in der georgischen Literaturwissenschaft. An ihrer Heimatuniversität lehrt sie zudem ein breites Spektrum an Kursen, die von feministischer Kritik bis hin zur Gedächtnisforschung reichen , und hat maßgebliche Publikationen vorgelegt – darunter eine Monografie über Zeit, Raum und Geschlecht im Schreiben georgischer Frauen sowie ein von ihr als Mitverfasserin herausgegebenes Lehrbuch mit dem Titel „Kollektives Gedächtnis und Literatur“.

Während ihres Forschungsaufenthaltes an der RUB widmet sie sich ihrem aktuellen Projekt mit dem Titel: „Die Funktion und Bedeutung der weiblichen Erinnerungskultur bei der Schaffung des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses Georgiens und Deutschlands im 20. Jahrhundert“.

Das Vorhaben untersucht die spezifische Rolle weiblicher Erinnerungskulturen in autofiktionalen und autobiografischen Narrativen von Frauen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie diese Narrative das kollektive und kulturelle Gedächtnis sowie die Identitätsstiftung des georgischen und deutschen 20. Jahrhunderts mitgestalten. Da die Autorinnen beider Länder die traumatische Erfahrung des totalitären Kommunismus teilen , verspricht der systematische und breit angelegte Vergleich des Quellenmaterials innovative Erkenntnisse.

Das empirische Fundament der Forschung zeichnet sich durch eine beeindruckende Materialfülle aus : Auf georgischer Seite analysiert Frau Pataridze die Memoiren von Maro Tarkhnishvili und Ketevan Orakhelashvili, die fiktionalen Werke von Zaira Arsenishvili, das filmische Schaffen von Lana Ghoghoberidze, die Erzählungen und Filme von Nutsa Ghoghoberidze sowie das Tagebuch von Nazi Shamanauri. Hinzu kommen zeitgeschichtliche Sammlungen wie „Verlorene Geschichte: Erinnerung der unterdrückten Frauen“ und „Gefangene Algeriens“. Dem gegenüber stehen deutsche und deutschsprachige Bezugstexte: Margarete Buber-Neumanns „Als Gefangene bei Stalin und Hitler“ sowie autobiografische und autofiktionale Texte und Briefe von Christa Wolf, Herta Müller, Monika Maron und Eleonora Hummel.

Durch diesen komparativen Blick sollen verdrängte und kulturell marginalisierte Gegenerinnerungen beleuchtet und in ihrer Funktion für die Erinnerungskultur analysiert werden. Methodisch verknüpft das Projekt etablierte kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien (u. a. von Jan und Aleida Assmann, Maurice Halbwachs, Pierre Nora und Paul Ricoeur) mit Ansätzen der Gynokritik und Intermedialität.

Salome Pataridze

 

 

 

 

 

 

Dr. Salome Pataridze, Assistenzprofessorin für Literaturwissenschaft an der Ilia-Staatlichen Universität in Tiflis, wird im Rahmen ihres Forschungsaufenthaltes eng mit Prof. Dr. Linda Simonis zusammenarbeiten. Ermöglicht wird dieser Aufenthalt durch das hochkarätige gemeinsame Stipendienprogramm des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) und der Shota-Rustaveli-National-Science-Foundation.

Frau Pataridze gilt in ihrer Heimat als Pionierin auf ihrem Fachgebiet: Ihre Dissertation war die erste wissenschaftliche Arbeit in Georgien, die sich explizit im Bereich der feministischen Literaturwissenschaft verortete. Mit dieser Pionierarbeit legte sie den Grundstein für die Etablierung und Weiterentwicklung geschlechterspezifischer Ansätze in der georgischen Literaturwissenschaft. An ihrer Heimatuniversität lehrt sie zudem ein breites Spektrum an Kursen, die von feministischer Kritik bis hin zur Gedächtnisforschung reichen , und hat maßgebliche Publikationen vorgelegt – darunter eine Monografie über Zeit, Raum und Geschlecht im Schreiben georgischer Frauen sowie ein von ihr als Mitverfasserin herausgegebenes Lehrbuch mit dem Titel „Kollektives Gedächtnis und Literatur“.

Während ihres Forschungsaufenthaltes an der RUB widmet sie sich ihrem aktuellen Projekt mit dem Titel: „Die Funktion und Bedeutung der weiblichen Erinnerungskultur bei der Schaffung des kulturellen und kollektiven Gedächtnisses Georgiens und Deutschlands im 20. Jahrhundert“.

Das Vorhaben untersucht die spezifische Rolle weiblicher Erinnerungskulturen in autofiktionalen und autobiografischen Narrativen von Frauen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie diese Narrative das kollektive und kulturelle Gedächtnis sowie die Identitätsstiftung des georgischen und deutschen 20. Jahrhunderts mitgestalten. Da die Autorinnen beider Länder die traumatische Erfahrung des totalitären Kommunismus teilen , verspricht der systematische und breit angelegte Vergleich des Quellenmaterials innovative Erkenntnisse.

Das empirische Fundament der Forschung zeichnet sich durch eine beeindruckende Materialfülle aus : Auf georgischer Seite analysiert Frau Pataridze die Memoiren von Maro Tarkhnishvili und Ketevan Orakhelashvili, die fiktionalen Werke von Zaira Arsenishvili, das filmische Schaffen von Lana Ghoghoberidze, die Erzählungen und Filme von Nutsa Ghoghoberidze sowie das Tagebuch von Nazi Shamanauri. Hinzu kommen zeitgeschichtliche Sammlungen wie „Verlorene Geschichte: Erinnerung der unterdrückten Frauen“ und „Gefangene Algeriens“. Dem gegenüber stehen deutsche und deutschsprachige Bezugstexte: Margarete Buber-Neumanns „Als Gefangene bei Stalin und Hitler“ sowie autobiografische und autofiktionale Texte und Briefe von Christa Wolf, Herta Müller, Monika Maron und Eleonora Hummel.

Durch diesen komparativen Blick sollen verdrängte und kulturell marginalisierte Gegenerinnerungen beleuchtet und in ihrer Funktion für die Erinnerungskultur analysiert werden. Methodisch verknüpft das Projekt etablierte kulturwissenschaftliche Gedächtnistheorien (u. a. von Jan und Aleida Assmann, Maurice Halbwachs, Pierre Nora und Paul Ricoeur) mit Ansätzen der Gynokritik und Intermedialität.